• Claudia

Saubere Schifffahrt: Noch viel zu tun!

Aktualisiert: 26. Juni 2018


Für die Küste und Hafenstädte in der Tourismusregion Mecklenburg-Vorpommern ist saubere Luft besonders wertvoll. Daher begrüße ich die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, die Schifffahrt ein wenig sauberer zu machen. Die Einwohner und Touristen in unseren Hafenstädten wie Rostock oder Wismar müssen wieder klar atmen können. Dafür ist es wichtig, auch während des Aufenthalts der Fähren, Kreuzfahrtschiffe und Frachter in den Häfen die Abgasproblematik zu reduzieren. Dafür wären Filter und Katalysatoren hilfreich, um Stickoxide und Feinstaub von den Menschen fernzuhalten, aber auch der Betrieb der Schiffe in den Häfen mit Landstrom oder LNG (verflüssigtes Erdgas).


Lange Zeit sprach man von der Henne-Ei-Problematik bei der Einführung von LNG in der Seeschifffahrt. Die Schifffahrt zögerte mit dessen Einsatz, aufgrund bisher nicht ausreichender Hafenanlagen – und die Häfen zögerten mit dem Argument, dass die Nachfrage fehle. Inzwischen sind aber einige namenhafte Reedereien mit dem Einsatz von LNG vorangegangen. Jetzt ist es an den Häfen, dafür die notwendigen Kapazitäten zum Betanken bereitzustellen. Ganz reibungslos wird das aber erst funktionieren, wenn die Bundesregierung zusammen mit den Ländern die Hausaufgaben gemacht hat: Die Betankungsregularien in den Häfen gleichen einem Flickenteppich. Hier brauchen wir dringend Standards. Es kann nicht sein, dass in jedem Hafen andere Bedingungen gelten und auch für jeden Hafen, auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste, eine separate Genehmigung für den Betankungsprozess eingeholt werden muss.



Hier muss die Bundesregierung in der bevorstehenden Wahlperiode liefern. Denn saubere Schifffahrt funktioniert nur, wenn alle Beteiligten daran mitarbeiten. Es ist jetzt an einer neuen Bundesregierung, die Bundesflotte möglichst flächendeckend auf LNG umzustellen und bei Schiffen, die nur kurze Strecken unterwegs sind, auch Elektromotoren vorzusehen. Das erste positive Beispiel ist das Vermessungsschiff „Atair“, das aktuell für den Bund neu gebaut wird und mit LNG angetrieben werden soll. Viele weitere Exempel dieser Art müssen folgen. Das wäre ein wichtiger Beitrag für eine saubere Schifffahrt, auch als Vorbild für den privaten Sektor.


CLAUDIA MÜLLER

Politikerin

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

© 2020 by Claudia Müller