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Statement zum Bericht über den Frauenanteil in Führungsgremien von Bundesfamilienministerin Giffey

Zum Bericht über den Frauenanteil in Führungsgremien, den Bundesfamilienministerin Giffey heute dem Kabinett vorgelegt hat, erklären Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik, und Claudia Müller, Mittelstandsbeauftragte:

"Die aktuellen Zahlen zum Frauenanteil in Unternehmensvorständen sind beschämend. In 4 von 5 Unternehmen sitzt keine Frau im Vorstand. Von den Unternehmen, die sich Ziele für ihren Vorstand setzten, gaben 70 Prozent der Unternehmen die Zielgröße 0 für den Frauenanteil an. Vorstandsvorsitze bleiben weiterhin rein männlich besetzt. Das aktuelle Quotengesetz ist im Hinblick auf die Vorstandsposten eine reine Nullnummer.

In Aufsichtsräten hingegen wirkt die gesetzliche Quote. Der Anteil ist hier von 25 Prozent im Jahr 2015 auf immerhin 32,5 Prozent gestiegen. Was aus diesen Zahlen jedoch nicht hervorgeht: Das Gesetz gilt lediglich für Aufsichtsräte von mitbestimmungspflichtigen Unternehmen und betrifft damit derzeit nur 107 Unternehmen in Deutschland.

In den großen deutschen Familienunternehmen schaffen Frauen es noch seltener in Führungspositionen als in börsennotierten Unternehmen, zeigt eine aktuelle Auszählung der Allbright-Stiftung. In der Geschäftsführung der 100 umsatzstärksten Familienunternehmen liegt der Frauenanteil im Schnitt bei nur 6,9 Prozent. Das ist bitter und schadet den Frauen und der Wirtschaft. Es ist unverständlich und inakzeptabel, dass das Potential der Frauen auf dem Arbeitsmarkt brachliegt. Dabei würde eine gleichberechtigte Verantwortungs-und Entscheidungsaufteilung den Unternehmen viel bringen.

Es hat sich längst gezeigt: Gemischte Teams haben viele Vorteile und sind erfolgreicher. Das gilt auf allen Ebenen des Unternehmens, denn Unternehmenskultur und der betriebliche Alltag gewinnen, wenn unterschiedliche Sichtweisen einfließen und Lebenswirklichkeit abgebildet wird. Obwohl längst bekannt, wird das in der Besetzungsrealität in der Wirtschaft immer noch zu wenig umgesetzt. Das ist nicht hinnehmbar. Das einzige, was hilft, ist eine Ausweitung der Quote."

CLAUDIA MÜLLER

Politikerin

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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